Gastblogbeitrag: Tipps zur Immobilienfotografie - gute Bilder von Innenräumen

Ich freue mich sehr, dass ich Herrn Slaghuis, Immobilien- und Interieurfotograf aus Neckargemünd, für einen Gastblogbeitrag für meine Seite gewinnen konnte. Viel Spaß beim Lesen!

Kurzvorstellung:

Holger Slaghuis
Holger Slaghuis
Holger Slaghuis ist seit Jahren als Immobilien- und der Interieurfotograf tätig. Darüber hinaus arbeitet er auch als Trainer und Fotocoach, um sein Wissen an Interessierte weiterzugeben. Er moderiert verschiedene Foren zum Thema „Immobilienfotografie“ im Internet, die von Immobilienberatern und Maklern frequentiert werden. In seinem Blog geht er auf Fragen bzgl. der Immobilienfotografie ein, widmet sich aber auch anderen fotografischen Themen: „Gerade der Blick über den Tellerrand bewirkt, dass man sich weiterentwickeln kann.“

Mehr unter https://www.immobilienphoto.com.

Auf vielen Bildern, die ich in Exposés beruflich bedingt anschaue, sind die Innenräume eher zu dunkel dargestellt, was den Betrachter nicht wirklich zu einer Besichtigung des jeweiligen Objekts animiert. Auch eine Bildunterschrift "Lichtdurchflutetes Wohnzimmer" hilft da sehr wenig.

Die Beleuchtung ist ein wichtiger Punkt bei der Fotografie von Immobilien. Wann immer das möglich ist, beschränke ich mich auf das im Objekt vorhandene Licht. Die vorhandene Lichtmenge ist dabei kein Problem, da ich aus verschiedenen Gründen grundsätzlich Innenräume vom Stativ aus ablichte und dieses auch nur empfehlen kann. Im Gegensatz dazu ist eine der Herausforderungen der starke Kontrast zwischen der Helligkeit dessen, was man durch das Fenster sehen kann, und dem in Relation dazu dunklen Innenraum. Diesem Unterschied begegne ich dadurch, dass ich Bilder mit verschiedenen Kameraeinstellungen mache und in der Nachbearbeitung so zusammenfüge, dass die Kontraste abgemildert werden und ein durchgehend korrekt belichtetes Foto entsteht.

Kamera mit Visitenkarte
Die Alternative ist, zusätzliche Lichtquellen in den Raum zu bringen. Hier ist die erste Möglichkeit, den in der Kamera eingebauten Blitz zu nutzen. Nachteile sind die recht eingeschränkte Stärke des Blitze sowie die Lichtrichtung, die für eine unnatürlichen Look des Bildes sorgt, so als ob man mit einer eingeschalteten Stirnlampe durch den Raum geht. Darüber hinaus schattet das Weitwinkelobjektiv den Blitz sehr häufig ab, wodurch ein sehr unschöner Schatten im unteren Teil des Bildes entsteht. Um die Lichtwirkung natürlicher zu gestalten, ist es möglich, das Blitzlicht mit Hilfe eines Stück Papiers gegen die weiße Decke zu lenken. Hier kann die Rückseite einer Visitenkarte gute Dienste leisten. Fotografiert man von der einem Fenster gegenüberliegenden Wand, kann so die mit größerem Abstand vom Fenster nachlassende Helligkeit abgemildert werden. Evtl. muss man der geringen Blitzleistung geschuldet die Blende etwas offener wählen.

Ein externer Aufsteckblitz kann wesentlich flexibler eingesetzt werden. Wenn Sie ihn auf den Blitzschuh der Kamera stecken, ist die Blitzröhre hoch genug angebracht, dass das Objektiv keinen Schatten mehr im Bild hinterlassen kann. Nutzen Sie den Blitz im manuellen Modus und stellen Sie die Stärke des Blitzes so ein, dass auch hier nur der Vordergrund etwas aufgehellt wird, das vorhandene Licht jedoch die Hauptlichtquelle bleibt. Der übertriebene Einsatz von zusätzlichen Lichtquellen sorgt dafür, dass der Interessent bei der Besichtigung einen irritierenden Unterschied der Lichtwirkung zwischen Bildern und erlebter Wirklichkeit empfindet. Auch hierbei lässt sich eine weiße Decke sehr gut als Reflektor nutzen. Stellen Sie dafür den Kopf des Blitzes soweit nach oben, dass kein direktes Blitzlicht auf dem Foto zu erkennen ist.

Wenn ich Aufsteckblitze nutze dann zumeist „entfesselt“, d.h. ich steuere sie über einen Funkauslöser auf der Kamera und stelle sie in besonders dunklen Bereichen des Raumes auf, um diese etwas aufzuhellen. Meist findet sich die Möglichkeit einen oder mehrere Blitze hinter Sofas, Tischen etc. zu verstecken, sodass sie auf dem Bild nicht zu sehen sind. Dann muss ich sie hinterher nicht wegretuschieren. Auch bei dieser Technik ist weniger mehr. Eine übertriebene Nutzung macht das Foto unschön und bewirkt eine große Diskrepanz gegenüber dem Eindruck, den man bei einer Besichtigung erlangen kann.

Auf meiner Seite www.immobilienphoto.com finden Sie im Tutorialbereich und auch im Blog weitere Tipps um Ihre Immobilienfotografie weiter zu optimieren.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Ihren Immobilienfotos
Holger Slaghuis