Gerüche, Geräusche und andere Ablenkungsmanöver beim Immobilienverkauf

Hier ist sie: Die Traumimmobilie im Netz gefunden und der nette Makler ermöglicht auch einen kurzfristigen Besichtigungstermin. Auf einer Skala von 10 hat unser kaufwilliges Paar 10 Punkte und zwar voller Vorfreude auf das mögliche neue Heim. Jetzt steigen die Kaufwilligen aus dem Auto und werden vom netten Makler begrüßt.

Der ist auch wirklich nett, doch trotzdem rümpft die Interessentin die Nase. Warum? Kurz vor dem Termin hat der Makler geraucht. Keine Frage, dies ist sein gutes Recht, doch der nicht rauchenden und schwangeren Interessentin fällt dies negativ auf. Dem kaufwilligen Mann dagegen nicht. Das Trio betritt das Haus und da es kurz nach Mittagsessenszeit ist, riecht es nach Sauerkraut. Und sind wir mal ehrlich, Sauerkraut riecht nur beim selber essen gut und manche mögen es schlicht und ergreifend überhaupt nicht. So auch der Kaufinteressent. Die Vorfreudenskala sinkt auf 7, denn Sauerkrautgeruch mag der Mann wirklich nicht.

Die Verkäufer, ebenfalls eine sehr nette Familie, sitzt nach dem guten Essen auf dem Sofa und schaut fern. Die Interessenten dringen jetzt nicht nur in die Privatsphäre der Familie ein, sondern werden auch durch das Geflimmer vom Großbildschirm mit Schrankwandausmaßen und einer RTL 2 Reportage über Autoreparaturen abgelenkt. Das Wohnzimmer wird vor lauter Bericht und Geräusch nicht als Raum gesehen. Auch können sich die Interessenten gedanklich nicht selbst auf dem Sofa sitzen sehen. Hier sitzen ja auch schon 4 von 5 Familienmitgliedern der Verkäufer. Das 5. Familienmitglied, der pubertierende Sohn mit 14 Jahren, sitzt gerade für große Geschäfte im Badezimmer. Wollen wir uns wirklich vorstellen, wie es hier riecht? Unser armes Trio muss jedoch auch das Bad besichtigen. Es zählt nur: Schnell wieder raus! Die Größe und der Zustand des Bades prägt sich so leider nicht ein. Die Vorfreudenskala rutscht ab auf eine glatte 6 und zwar bei dem Paar und auch der Makler leidet. Im Zimmer der 9-jährigen Tochter steht der übergroße Hasenkäfig mit Mümmel und Karöttchen. Da heute Samstag ist und die Tochter sich bisher standhaft vor der Stallausmistung gewehrt hat, hängt auch hier ein Lüftchen im Raum.

Sie können das Sauerkraut mit Rosenkohl oder fetten Bratwürsten austauschen, die Fernsehsendung mit schlimmen Nachrichten aus aller Welt oder einer Sportübertragung und statt Hasendüften Omas 50 Jahre alten Teppich mit muffigen Vorhängen und doch bleibt ein unterschwelliges, aber ausschlaggebendes Problem für Sie als Makler oder Immobilienverkäufer. Sie kennen die Vorlieben Ihrer aktuellen Interessenten nicht gut genug, um solche Düfte für einen erfolgreichen Besichtigungstermin zu dulden.
Unserem vormals kaufwilligen Paar werden jetzt noch der eine oder andere kostenintensive Mangel am Haus gezeigt und die Vorstellungskraft hier zu leben und sich wohl zu fühlen sinkt nahezu auf den Nullpunkt.

Machen Sie es als Verkäufer oder Makler für ihre kaufwilligen Interessenten einfacher. Ein professioneller Home Stager räumt bereits im Vorfeld die geruchlichen Kaufbarrieren auf die Seite. Wenn der Sohn der Familie doch aber unbedingt muss? Tja, diesen Tipp verrate ich Ihnen gerne im persönlichen Gespräch.

Denken Sie beim nächsten Sauerkrautessen an mich! Bis dahin wünsche ich eine gute Zeit!

Ihre Senta Hoffmann